Häufige Fragen

1. Was ist bei der Diagnostik beim Ovarialkarzinom zu beachten?

Beim Ovarialkarzinom sind insbesondere BRCA1/2 und HRD relevante Biomarker. Wichtig ist, dass die Testung frühzeitig in den Behandlungsablauf integriert wird, damit die Ergebnisse rechtzeitig für die Therapieplanung vorliegen. Darüber hinaus sind bei genetischen Fragestellungen die Anforderungen des Gendiagnostikgesetzes zu berücksichtigen.

2. Welche Biomarker sind beim Ovarialkarzinom besonders relevant?

Im Fokus stehen vor allem BRCA1/2 und HRD. Diese Marker liefern wichtige Hinweise auf Störungen der DNA-Reparatur und sind für die molekulare Einordnung des Tumors sowie für therapeutische Überlegungen relevant.

3. Was empfehlen Leitlinien bei der Diagnostik des Endometriumkarzinoms?

Beim Endometriumkarzinom empfehlen Leitlinien, den MMR-Status, p53-Status, sowie POLE-Status in die Diagnostik einzubeziehen. Diese Untersuchungen sind wichtig für die molekulare Klassifikation, für die therapeutische Einordnung und für die Abklärung möglicher hereditärer Ursachen.

4. Wie werden MMR und MSI beim Endometriumkarzinom untersucht?

Die Diagnostik erfolgt in der Regel zunächst immunhistochemisch. Dabei wird untersucht, ob relevante MMR-Proteine im Tumorgewebe vorhanden sind oder ein Expressionsverlust vorliegt. Eine MSI-Analyse kann ergänzend eingesetzt werden, insbesondere wenn Färbeergebnisse uneindeutig sind.

5. Was empfehlen Leitlinien bei der Diagnostik des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms?

Beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) empfehlen Leitlinien eine umfassende molekulare Diagnostik, weil die Auswahl der Therapie wesentlich von bestimmten Biomarkern abhängen kann. Auf der Website stehen insbesondere EGFR, PD-L1, KRAS, STK11, KEAP1 und HER2 im Fokus.

6. Welche Biomarker sind beim NSCLC besonders relevant?

Beim NSCLC gehören auf der Plattform vor allem EGFR, PD-L1, KRAS, STK11, KEAP1 und HER2 zu den zentralen Biomarkern. Sie können Hinweise auf therapeutische Optionen, biologische Tumoreigenschaften und die weitere molekulare Einordnung geben.

7. Welche Biomarker sind beim Prostatakarzinom besonders relevant?

Im Fokus steht vor allem BRCA1/2. Dieser Marker liefert wichtige Hinweise auf Störungen der DNA-Reparatur und ist für therapeutische Überlegungen relevant.

8. Welche Biomarker sind beim Pankreaskarzinom besonders relevant?

Im Fokus steht vor allem BRCA1/2. Dieser Marker liefert wichtige Hinweise auf Störungen der DNA-Reparatur und ist für therapeutische Überlegungen relevant.

9. Was ist bei der Diagnostik des Mammakarzinoms zu beachten?

Beim Mammakarzinom spielen insbesondere HER2, BRCA1/2, PIK3CA, AKT1, PTEN, sowie ESR1 eine wichtige Rolle und können je nach Erkrankungssituation diagnostisch und therapeutisch relevant sein. Entscheidend ist eine qualitätsgesicherte Testung, die korrekte Befundinterpretation und die Einordnung der Ergebnisse in den klinischen Kontext.

 

Biomarker verstehen

11. Was bedeuten HER2-positiv bzw. IHC 3+?

HER2-positiv bedeutet, dass ein Tumor eine besonders starke HER2 Protein-Überexpression (IHC 3+; IHC = Immunhistochemiefärbung) bzw. starker HER2 Protein-Überexpression mit Gen-Amplifikation (IHC 2+) zeigt. Patient:innen mit HER2-positiven Tumoren, insb. Brustkrebs und Magenkrebs, können für HER2-gerichtete Therapien geeignet sein. Bei Vorliegen einer besonders starken HER2-Proteinüberexpression gibt es mittlerweile sogar tumoragnostische Therapieansätze mit HER2-gerichteten Therapien für jegliche solide Tumoren.

12. Was bedeutet HER2-low?

HER2-low wurde für Brustkrebs mit moderater HER2 Protein-Überexpression eingeführt und umfasst sowohl Tumoren mit IHC 1+ als auch mit IHC 2+ ohne Gen-Amplifikation. Ein Großteil der klassisch als HER2-negativ beurteilten Brustkrebsfälle gehört zur Subgruppe HER2-low und solche Patient:innen können für eine HER2-gerichtete ADC-Therapie in Frage kommen.

13. Was bedeutet HER2-ultralow?

HER2-ultralow wurde für Brustkrebs mit einer nur schwachen HER2 Protein-Überexpression eingeführt, was einem Score von IHC 0 mit erkennbarer Membranfärbung bei bis zu 10% der Tumorzellen entspricht. Im unteren Teil des HER2-Spektrums können durch die weitere Subgruppe HER2-ultralow weitere Patient:innen für eine HER2-gerichtete ADC-Therapie in Frage kommen, die klassisch als HER2-negativ galten. 

14. Wie wird der HER2-Status richtig befundet?

Zur Untersuchung der HER2 Protein-Überexpression werden die HER2-Rezeptoren auf der Zelloberfläche immunhistochemisch (IHC) angefärbt. Bei der Beurteilung unter dem Mikroskop zählt dann, ob die Membran partiell oder vollständig sowie schwach oder intensiv gefärbt ist, sowie der prozentuale Anteil der gefärbten Tumorzellen. Welcher IHC-Score oder HER2-Status dann für einen Tumor vorliegt hängt davon ab, welche Scoring-Kriterien für das jeweilige Organ laut Leitlinie anzuwenden sind. Derzeit gibt es international validierte Scoring-Kriterien für Brustkrebs und Magenkrebs.

15. Was bedeutet BRCA1/2?

BRCA1 und BRCA2 sind Gene der homologen Rekombinationsreparatur (HRR), einem wichtigen DNA-Reparaturmechanismus. Mutationen in diesen Genen können zu einer eingeschränkten Reparatur von DNA-Schäden führen und dadurch die Entstehung verschiedener Tumorerkrankungen begünstigen. In der Onkologie sind BRCA1/2-Mutationen zudem wichtige Biomarker für die Therapieplanung.

16. Was bedeutet HRR?

HRR steht für Homologe Rekombinationsreparatur. Dabei handelt es sich um einen hochpräzisen Mechanismus zur Reparatur von DNA-Doppelstrangbrüchen. Sind Gene dieses Reparaturwegs, beispielsweise BRCA1 oder BRCA2, verändert, kann die DNA-Reparatur gestört sein. Dies wird als homologe Rekombinationsdefizienz (HRD) bezeichnet.

17. Wie wird HRD bestimmt?

Die Bestimmung einer HRD erfolgt in der Regel am Tumorgewebe. Hierbei werden Merkmale der genomischen Instabilität analysiert, sogenannte „genomische Narben“ (Genomic Scars). Typische Parameter sind der Verlust der Heterozygotie (LOH), das telomerische allelische Ungleichgewicht (TAI) sowie Large-Scale State Transitions (LST), die zusammen zur Berechnung eines HRD-Scores herangezogen werden können.

18. Warum sind BRCA1/2-, HRR- und HRD-Testungen klinisch relevant?

BRCA1/2-Mutationen, HRR-Defekte und HRD liefern wichtige Informationen für die molekulare Charakterisierung eines Tumors. Die Testung kann prognostisch relevant sein und die Identifikation von Patient:innen unterstützen, für die bestimmte zielgerichtete Therapien in Frage kommen. Darüber hinaus kann insbesondere der Nachweis einer BRCA1/2-Keimbahnmutation Hinweise auf ein erblich erhöhtes Krebsrisiko liefern und für Familienangehörige von Bedeutung sein.

19. Was bedeutet EGFR?

EGFR ist ein wichtiger molekularer Biomarker, insbesondere beim NSCLC. Veränderungen im EGFR-Gen können therapeutisch relevant sein und sind deshalb ein zentraler Bestandteil der molekularpathologischen Diagnostik.

20. Wie können beim EGFR-mutierten NSCLC Resistenzen entstehen?

Unter der Behandlung mit EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKIs) können sich erworbene Resistenzen entwickeln. Ein möglicher Mechanismus ist beispielsweise der Erwerb neuer EGFR-Mutationen wie T790M.

Bei Verdacht auf eine Krankheitsprogression kann eine erneute molekulare Untersuchung, etwa durch Re-Biopsie oder Liquid Biopsy, helfen, den aktuellen Mutationsstatus und mögliche Resistenzmechanismen zu bestimmen. Die Ergebnisse können für die weitere Therapieplanung relevant sein.

21. Was bedeutet PD-L1?

PD-L1 ist ein Biomarker, der vor allem im Zusammenhang mit Immuntherapien eine wichtige Rolle spielt. Die Bestimmung erfolgt in der Regel mittels Immunhistochemie.

22. Was bedeuten KRAS, STK11 und KEAP1 beim NSCLC?

KRAS ist ein häufig verändertes Onkogen beim NSCLC. STK11- und KEAP1-Veränderungen treten teilweise gemeinsam mit KRAS auf und können helfen, den molekularen Subtyp eines Tumors genauer einzuordnen. Auf der Website werden sie auch im Zusammenhang mit sogenannten „kalten Tumoren“ beschrieben.

23. Was bedeutet HRD?

HRD steht für Homologe Rekombinationsdefizienz. Gemeint ist eine Störung in einem Reparaturmechanismus der DNA. Ein positiver HRD-Status kann auf eine therapeutisch relevante molekulare Eigenschaft des Tumors hinweisen.

24. Was bedeuten MMR und MSI?

MMR steht für Mismatch Repair, also ein DNA-Reparatursystem. MSI steht für Mikrosatelliteninstabilität. Beide Marker sind besonders beim Endometriumkarzinom wichtig, weil sie für die molekulare Klassifikation und therapeutische Einordnung relevant sein können.

25. Was bedeuten PIK3CA, AKT1 und PTEN als Biomarker?

PIK3CA, AKT1 und PTEN sind zentrale Komponenten des PI3K/AKT/mTOR-Signalwegs, der Zellwachstum, Proliferation und Überleben reguliert. Aktivierende Mutationen in PIK3CA oder AKT1 führen zu einer Überaktivierung des Signalwegs. PTEN wirkt dagegen als Tumorsuppressor; sein Verlust oder seine Inaktivierung hebt diese Kontrollfunktion auf und resultiert ebenfalls in einer Signalweg-Überaktivierung.

26. Was bedeutet ESR1 oder ESR1m?

ESR1 steht für Estrogen Receptor 1 und bezeichnet das Gen, das für den Östrogenrezeptor Alpha (ERα) kodiert. ESR1m (bzw. ESR1-Mutation) bezeichnet erworbene Punktmutationen in der Ligandenbindungsdomäne des ESR1-Gens. Diese Mutationen können dazu führen, dass der Östrogenrezeptor auch ohne Bindung von Östrogen aktiv bleibt (konstitutive Aktivierung). Dadurch können sie zur Entwicklung von Resistenzen gegenüber endokrinen Therapien beitragen, insbesondere gegenüber Aromatasehemmern.

27. Bei welcher Tumorart ist ESR1-Mutationen besonders relevant?

ESR1-Mutationen sind vor allem beim metastasierten, Östrogenrezeptor- (ER+) bzw. hormonrezeptor-positiven (HR+) und HER2-negativen Mammakarzinom klinisch bedeutsam. In diesem Kontext sind sie ein zentraler Biomarker.

28. Wie häufig treten ESR1-Mutationen auf?

Im Primärtumor sind ESR1-Mutationen selten (< 5 % der Fälle). Im Verlauf einer metastasierten Erkrankung unter endokriner Vortherapie, insbesondere unter Aromatasehemmern, können sie bei bis zu 40 % der Patientinnen als erworbener Resistenzmechanismus auftreten. Die Mutationen entstehen typischerweise in der Ligandenbindedomäne unter Therapiedruck.

29. Welche klinische Bedeutung haben ESR1-Mutationen?

ESR1-Mutationen sind ein wesentlicher Mechanismus der erworbenen Resistenz gegen Aromatasehemmer. Ihr Nachweis ist therapeutisch direkt relevant, da er den gezielten Einsatz von selektiven Östrogenrezeptor-Degradern (SERDs) ermöglicht. Darüber hinaus liefern sie wichtige Hinweise auf die molekulare Biologie des Tumors im Therapieverlauf und unterstützen eine individualisierte Behandlungsstrategie.

30. Welche Methode wird für die ESR1-Testung bevorzugt?

Die bevorzugte Methode zum Nachweis von ESR1-Mutationen ist die Liquid Biopsy, bei der zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) aus einer Blutprobe analysiert wird. Im Vergleich zur Gewebebiopsie ist dieses Verfahren weniger invasiv und kann aufgrund der Analyse von Tumor-DNA aus verschiedenen Metastasenherden ein umfassenderes Bild der molekularen Tumorheterogenität liefern. Für den Nachweis werden hochsensitive Methoden wie die digitale PCR (dPCR) und das Next-Generation Sequencing (NGS) eingesetzt.

 

Services

31. Was bedeutet IVDR?

IVDR steht für In Vitro Diagnostic Regulation. Gemeint ist die europäische Verordnung für In-vitro-Diagnostika, die Anforderungen an Sicherheit, Leistung, Dokumentation und Qualitätsmanagement regelt.

32. Was ist der Unterschied zwischen IVD und LDT?

IVD sind kommerziell verfügbare In-vitro-Diagnostika. LDT steht für Laboratory Developed Test und bezeichnet Tests, die im Labor selbst entwickelt oder angepasst werden. Diese Unterscheidung ist unter der IVDR regulatorisch besonders relevant.

33. Warum ist Qualitätssicherung in der Biomarkerdiagnostik so wichtig?

Die Aussagekraft biomarkerbasierter Diagnostik hängt wesentlich von der Qualität der Testung ab. Qualitätssicherung hilft dabei, dass Befunde valide, reproduzierbar und klinisch belastbar sind. Das ist besonders wichtig, weil Testergebnisse unmittelbare Auswirkungen auf Therapieentscheidungen haben können.

34. Wo finde ich Testzentren?

Informationen zu Testzentren und diagnostischen Netzwerken finden sich auf der Website insbesondere in den Bereichen zu BRCA1/2, HRD und weiteren Versorgungsstrukturen.

35. Wo finde ich Informationen zu Kostenerstattung biomarkerbasierter Testverfahren?

Auf AZ-Diagnostik finden sie Inhalte zur Kostenerstattung biomarkerbasierter Testverfahren, etwa in unterschiedlichen Versorgungsbereichen.

36. Wo finde ich Videos und weiterführende Inhalte bezüglich Biomarkertestung und Tumordiagnostik?

Die Website AZ-Diagnostik.de bietet eigene, vertiefende Inhalte wie Fachbeiträge, Podcasts, Video-Interviews und weitere Formate rund um moderne Tumordiagnostik und Biomarkerwissen in einer Mediathek.

 

Kurzbeschreibung für den Seiteneinstieg

AZ Diagnostik ist die Informationsplattform von AstraZeneca Deutschland für Biomarkerdiagnostik in der Onkologie. Die Inhalte richten sich an medizinische Fachkreise und unterstützen bei Fragen zu tumorspezifischer Diagnostik, Biomarkern, Leitlinienbezug, Qualitätssicherung, IVDR, Kostenerstattung, Testzentren und weiterführenden Fachinhalten.

Redaktioneller Hinweis für die Veröffentlichung

Die Inhalte dieser FAQ dienen der fachlichen Orientierung. Maßgeblich für die klinische Praxis sind stets die aktuell gültigen Leitlinien, die jeweilige Zulassungssituation, lokale Prozesse sowie die individuelle medizinische Bewertung im Einzelfall.

 

Quellen

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Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF). S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren. AWMF-Registernummer: 032-035OL. Aktuelle Version.

Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF). S3-Leitlinie Exokrines Pankreaskarzinom. Aktuelle Version.

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