Kostenerstattung der MMR-/MSI-Analyse

Die molekulare Klassifikation des Endometriumkarzinoms erfolgt zum einen immunohistochemisch (MMR, p53), zum anderen molekularpathologisch (MSI, POLE).

Der MMR-Status wird in der Regel anhand der vier Schlüsselproteine MLH1, MSH2, MSH6 und PMS2 mittels Immunohistochemie (IHC) bestimmt.

Die Abrechnung erfolgt über die EBM-Ziffer 19320, die pro Material höchstens fünfmal angewendet werden kann.1

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Kostenerstattung der MMR-Analyse über EBM-Ziffer 193201

Die MSI-Testung umfasst zunächst die mikrodisssektionsbasierte Isolation von Tumorzellen sowie die anschließende DNA-Extraktion. Im zentralen Schritt erfolgt eine Multiplex-PCR, gefolgt von einer Fragmentanalyse mittels Kapillarelektrophorese. Mit dieser Methode lassen sich Längenveränderungen der Mikrosatelliten präzise erfassen. Entsprechend dem gängigen Bethesda-Referenzpanel werden dabei mindestens fünf spezifische Mikrosatelliten-Loci im direkten Vergleich zwischen Tumor- und korrespondierendem Normalgewebe analysiert.2

Die Abrechnung erfolgt über die EBM-Ziffern 19464 und/oder EBM-Ziffer 19426.

Zur Indikationsstellung kann die MSI-Analyse mit der EBM-Ziffer 19464 zweimal im Krankheitsfall abgerechnet werden.1

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Kostenerstattung der MSI-Analyse über EBM-Ziffer 194641

Eine Analyse des Tumormaterials mittels nukleinsäurebasiertem Verfahren kann nur einmal über die EBM-Ziffer 19426 im Krankheitsfall abgerechnet werden.1

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Kostenerstattung der MSI-Analyse mittels nukleinbasierter Verfahren über EBM-Ziffer 194261

Kostenerstattung weiterer Biomarker beim Endometriumkarzinom: Analyse von p53, PD-L1 und POLE

Auch die Analysen von weiteren Biomarkern können über EBM-Ziffern abgerechnet werden. Zu den abrechnungsfähigen Analysen gehören p53 und PD-L1 (Ziffer 19320) und HER2 mittels IHC (Ziffer 19322).1

Die Analyse von POLE mittels PCR oder NGS und anschließender bioinformatischer Auswertung ist über EBM-Ziffer 19424 abrechnungsfähig.1

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Kostenerstattung für die Mutationssuche (z. B. POLE) mit bioinformatischer Auswertung über EBM-Ziffer 194241

Abkürzungen

MLH1: MutL Homolog 1; MMR: DNA-Mismatch-Reparatur; MSH2: Mutator S Homolog 2; MSH6: Mutator S Homolog 6; MSI: Mikrosatelliteninstabilität; NGS: Next-Generation-Sequencing; PCR: Polymerase-Kettenreaktion; PMS2: Postmeiotic Segregation Increased 2; POLE: DNA-Polymerase Epsilon (Gen); EBM: Einheitlicher Bewertungsmaßstab; PD-L1: Programmed cell death ligand-1

 

  1. Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). Online-Version des EBM (Stand 2025/Q2). Erhältlich unter: https://ebm.kbv.de. Letzter Zugriff: August 2025
  2. Wetzel H. Deutsches Ärzteblatt 2024;8:552. Verfügbar unter https://www.aerzteblatt.de/archiv/abrechnung-molekularpathologischer-tumor-biomarker-2d3f7a2f-e68c-43f1-8197-5f34c45f35aa. Letzter Zugriff: August 2025.

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