LUNG - Präzise identifizieren, passgenau therapieren.

Zytologische Proben sind oftmals gut für die Mutationsanalyse geeignet

Eine zytologische Untersuchung erfolgt in der Regel zur Abklärung klinisch unklarer Befunde. Die Zytologie wird daher meist kombiniert mit einer histopathologischen Untersuchung eingesetzt, da sich beide Methoden ergänzen.1

Das Material für eine zytologische Untersuchung kann gewonnen werden als: Sputum, Bronchialsekret, Bronchialspülung, bronchoalveoläre Lavage (BAL), Bürstenabstrich, Feinnadelaspirat oder durch Spülung von Stanzbiopsiegeräten.1

Für die molekularpathologische Untersuchung sind alle üblichen zytologischen Verfahren zur Gewinnung von Probenmaterialien aus Primärtumor oder Metastasen geeignet. Feinnadelaspirate sind jedoch wegen der gewonnenen Menge gut erhaltener Tumorzellpräparate am besten für die molekularpathologische Diagnostik geeignet.2 Abhängig vom verwendeten Analyseverfahren sind mindesten 50, idealerweise 100 Tumorzellen erforderlich.

Endoskopische Probenentnahme
Peribronchiale Feinnadelaspiration (blinde FNA, EBUS-FNA)
Periösophageale Feinnadelaspiration (EUS-FNA)
Bürstenabstrich
Bronchialsekret
Bronchoalveoläre Lavage
Perkutane Probenentnahme
Feinnadelaspiration (blinde-, sonographie- oder CT-gestützte FNA, Ergusspunktionen)
Exfoliativzytologie
Sputum, Urin

FNA=Feinnadelaspiration, EBUS=Endobronchialer Ultraschall, EUS= Endoskopischer Ultraschall

Mittels „Rapid Onsite Evaluation“ (ROSE) kann in entsprechend eingerichteten Zentren bereits während einer bronchoskopischen Probenentnahme innerhalb weniger Minuten durch Schnellfärbung von Ausstrichen noch im Operations- oder Endoskopiesaal festgestellt werden, ob ausreichend Zellmaterial für die Analytik gewonnen wurde. Dadurch kann die Belastung der Patienten so gering wie möglich gehalten werden.3

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Quellen:
1 Empfehlungen zur pathologisch-anatomischen Diagnostik von Lungentumoren des Berufsverbandes Deutscher Pathologen e.V., Version1.0, 2005.
2 Welker L et al. Verh. Dtsch Ges Zyt 2015;29:8-13.
3 Wohlschläger J et al. Rapid on-site evaluation (ROSE) in cytological diagnostics of pulmonary and mediastinal diseases. Pathologe. 2012 Jul;33(4):308-15. doi: 10.1007/s00292-012-1578-8.