BRCA-Mutationen und Ovarialkarzinom

Verschiedene Mutationen in den Genen BRCA1 und BRCA2 vermitteln ein hohes lebenslanges Risiko für bestimmte Tumoren. Auch das Risiko, an genetisch bedingtem Eierstockkrebs zu erkranken, wird durch BRCA-Mutationen erhöht.1–3

Der BRCA-Status liefert wichtige Informationen zum familiären Risiko

Frauen mit einer BRCA1- und/oder BRCA2-Mutation erkranken im Laufe ihres Lebens eher an einem Ovarialkarzinom als Frauen ohne BRCA-Mutation1–3

Mögliche Vererbung einer BRCA-Mutation auf die NachkommenTab. 1: Erhöhtes lebenslanges Tumorrisiko bei Vorliegen einer BRCA-Mutation

Vererbung von BRCA-Mutationen

Keimbahnmutationen in den BRCA-Genen können vererbt werden. Wenn ein Elternteil Träger einer BRCA-Mutation ist, besteht auch für die Nachkommen (geschlechtsunabhängig) das Risiko einer Trägerschaft einer BRCA-Mutation. Dieses Risiko liegt aufgrund des Erbgangs (autosomal-dominat) bei 50 %. BRCA-Mutationen erhöhen das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen – daher ist es für gesunde Familienmitglieder hilfreich zu wissen, ob eine Keimbahnmutation in Risikogenen vorliegt.1–3

Ovarialkarzinom Erhöhtes lebenslanges Tumorrisiko bei Vorliegen einer BRCA-MutationAbb. 1: Mögliche Vererbung einer BRCA-Mutation auf die Nachkommen

BRCA-Mutationen und Therapieplanung beim fortgeschrittenen Ovarialkarzinom

Lange Jahre waren Mutationen in einem der BRCA-Gene als Risikofaktoren für eine familiäre Brust- und Eierstockkrebserkrankung bekannt.4 Seit einigen Jahren erlangen BRCA-Mutationen zunehmende Bedeutung als genetische Biomarker für die Therapieplanung von bestimmten Formen von Brust- und Eierstockkrebs.4

Die aktuellen Leitlinien fordern eine genetische Testung für Patientinnen mit einem Ovarialkarzinom4–7

Alle Patientinnen mit der Diagnose Ovarialkarzinom sollten über das Risiko einer erblichen Erkrankung aufgeklärt werden. Laut S3-Leitlinie sollte diesen Patientinnen eine genetische Testung angeboten werden.

Leitlinienempfehlungen zur BRCA-TestungAbb. 2: Leitlinienempfehlungen zur BRCA-Testung

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Quellen:

1 Christie A et al. Clin Invest 2014; 4: 463–478.
2 SEER Stat Fact Sheets: Ovary Cancer. Erhältlich unter: http://seer.cancer.gov/statfacts/html/ovary.html (Letzter Zugriff: 10.07.2019).
3 Balmaña J et al. Ann Oncol 2011; 22(S6): vi31–vi34.
4 S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren. Langversion 3.0 – Januar 2019, 032-035OL, https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Ovarialkarzinom/Version_3__2018_/LL_Ovarialkarzinom_Langversion_3.0.pdf (Letzter Zugriff: 18.10.2019).
5 NCCN Clinical Practice Guidelines in Oncology (NCCN Guidelines(R)) for Genetic/Familial High-Risk Assessment: Breast and Ovarian 2019.
6 SGO Society of Gynecological Oncology. SGO Clinical Practice Statement: Genetic Testing for Ovarian Cancer. Published online October 2014.
7 ESMO Ledermann J et al. eUpdate – Ovarian Cancer Treatment Recommendations. Published online 21 September 2016.