Die BRCA-Gene

Die Gene BRCA1 und BRCA2 gehören zur Familie der Tumorsuppressorgene, die bei der Zellregulation eine wichtige Rolle spielen.

Sie liegen jeweils auf dem langen Arm des Chromosoms 17 und des Chromosoms 13 im menschlichen Genom.1


BRCA-Gene im menschlichen Genom Abb. 1: Die BRCA-Gene im menschlichen Genom

Die Rolle der BRCA-Gene

Die Gene BRCA1 und BRCA2 haben verschiedene Funktionen im menschlichen Körper. Sie spielen z. B. eine Schlüsselrolle bei der Reparatur der DNA, genauer gesagt bei der Reparatur sogenannter DNA-Doppelstrangbrüche. 1

Einzelstrang- und DoppelstrangbruchAbb. 2: Einzelstrang- und Doppelstrangbruch

Darüber hinaus ist BRCA1 an der Regulation des Zellzyklus und der Transkription beteiligt.1 Daher sind funktionsfähige BRCA-Gene wichtig für die Hemmung des Tumorwachstums.1

Mutationen in den BRCA-Genen sind mit bestimmten Tumorerkrankungen assoziiert

Mutationen der BRCA-Gene können zu einem Funktionsverlust führen und damit das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen erhöhen.1–3 Verschiedene Krebserkrankungen, wie z. B. das Ovarial-, Mamma- oder Pankreaskarzinom, können daher mit Mutationen in den BRCA-Genen assoziiert sein.3-12

Häufigkeiten von <i>BRCA</i>-Mutationen beim Ovarial-, Mamma- oder PankreaskarzinomTab. 1: Häufigkeiten von BRCA-Mutationen beim Ovarial-, Mamma- oder Pankreaskarzinom

Mutationstypen der BRCA-Gene

Bei BRCA-Mutationen wird zwischen Keimbahnmutationen (gBRCA) und somatischen Mutationen (sBRCA) unterschieden. Bei Keimbahnmutationen ist die Mutation bereits vorgeburtlich in den Eizellen oder den Spermien angelegt (Keimbahnzellen). Durch die nach der Befruchtung der Eizelle einsetzende Zellteilung werden Keimbahnmutationen an jede Zelle des menschlichen Organismus weitergegeben.

Neben den bereits vor der Geburt angelegten Genveränderungen entstehen Mutationen auch zufällig im Verlauf des Lebens. Diese können anfänglich in nur einer einzigen, normalen Körperzelle auftreten. Durch weitere zufällige Mutationen und fortgesetzte Zellteilung kann daraus nach Jahren ein Tumor entstehen. Diese sogenannten somatischen Mutationen (griech. soma = Körper) finden sich also nur in den Zellen des späteren Tumors. Diese Mutationen können nicht weitervererbt werden.

Vererbung von BRCA-Mutationen

Keimbahnmutationen in den BRCA-Genen können vererbt werden. Wenn ein Elternteil Träger einer BRCA-Mutation ist, besteht auch für die Nachkommen das Risiko einer Trägerschaft einer BRCA-Mutation. Dieses Risiko liegt aufgrund des Erbgangs (autosomal-dominat) bei 50 %. BRCA-Mutationen erhöhen das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen – daher ist es für gesunde Familienmitglieder hilfreich zu wissen, ob eine Keimbahnmutation in Risikogenen vorliegt.13–16

Mögliche Vererbung einer <i>BRCA</i>-Mutation auf die NachkommenAbb. 1: Mögliche Vererbung einer BRCA-Mutation auf die Nachkommen



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Quellen:

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19 Englischer Text mit Genehmigung der NCCN Clinical Practice Guidelines in Oncology (NCCN Guidelines®) for Pancreatic Adenocarcinoma V1.2020. © National Comprehensive Cancer Network, Inc. 2019. Alle Rechte vorbehalten. (Letzter Zugriff 21. April 2020). Eine aktuelle und vollständige Version der Leitlinie finden Sie unter www.nccn.org.
20 Golan T et al. NEJM 2019; 381: 317-327.