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NEU: EGFR-Mutationstestung mittels Liquid Biopsy erstattungsfähig

Der für den Einsatz eines EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitors (EGFR-TKI) erforderliche EGFR-Mutationsnachweis für die Indikationsstellung zur Erstlinientherapie bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) ist seit dem 1.1.2019 auch bei Verwendung von Blutproben (Liquid Biopsy) erstattungsfähig.

Anlass dieser Ergänzung des EBM war die Zulassungserweiterung zum Drittgenerations-EGFR-TKI-Einsatz in der Erstlinie, wonach der dazu erforderliche Nachweis einer aktivierenden EGFR-Mutation sowohl anhand von Tumor- als auch Plasmaproben erfolgen kann. Die letztere Option für die Testung basiert auf dem Vorhandensein zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA).

Die Bestimmung des EGFR-Mutationsstatus anhand einer Liquid Biopsy kann jetzt auch abgerechnet werden. Dies gilt, wenn ein NSCLC histologisch nachgewiesen ist, aber nicht mehr genügend Tumorgewebe als Untersuchungsmaterial zur Verfügung steht oder gewonnen werden kann.

Für diese Leistung wurde die Gebührenordnungsposition (GOP) 19461 in den EBM-Abschnitt 19.4.4 als zusätzliche indikations¬gebundene Ausnahme für die Abrechnung der Liquid Biopsy als Companion Diagnostic aufgenommen.

Die neue Ziffer orientiert sich an der zum 1.1.2018 eingeführten GOP 19460, die sich auf den EGFR-T790M-Nachweis bezieht, und setzt für ihre Berechnung die Anwendung eines ausreichend sensitiven Verfahrens voraus (Nachweisgrenze: Allelfrequenz <=1 %).



Erstattungsfähigkeit der EGFR-T790M Liquid Biopsy

Bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC, die noch mit konventionellen EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitoren (EGFR-TKI) der ersten oder zweiten Generation behandelt werden und einen Progress erleiden, kann der erforderliche EGFR-T790M-Mutationsnachweis für die Indikationsstellung zur Behandlung mit einem Drittgenerations-TKI auch anhand von Blutproben (Liquid Biopsy) durchgeführt und abgerechnet werden.

Mit der Gebührenordnungsposition (GOP) 19460 des EBM gibt es seit 2018 eine indikationsgebundene Ausnahme für die Abrechnung der Liquid Biopsy als Companion Diagnostic. Mittlerweile ist auch der Plasma-basierte EGFR-Mutationsnachweis zur Erstlinientherapie erstattungsfähig (GOP 19461).

Bei einem positiven Nachweis der Resistenzmutation EGFR-T790M in einer Blutprobe kann EGFR-mutationspositiven NSCLC-Patienten, bei denen es unter oder nach einer Therapie mit einem konventionellen EGFR-TKI zu einer Progression kommt, im ersten Schritt eine belastende Rebiopsie erspart werden. Diese wird nur bei einem negativen Ergebnis der Liquid Biopsy erforderlich, um das erste Ergebnis anhand von Tumorgewebe zu überprüfen.

Um die Anforderungen der neuen GOP zu erfüllen, muss dafür Sorge getragen werden, dass ein ausreichend sensitives Verfahren (Allelfrequenz <= 1% als Nachweisgrenze) verwendet und die Plausibilität des Ergebnisses mit dem parallelen Nachweis der primären aktivierenden EGFR-Mutation überprüft wird.

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